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Kirjutatud 1. juuli 2026

Bundeseinheitlicher Medikationsplan (BMP): Nicht so einheitlich wie man denkt

Der Bundeseinheitliche Medikationsplan soll Medikation strukturiert und einheitlich verfügbar machen. Auf dem Ausdruck ist dafür ein 2D-DataMatrix-Code vorgesehen, der die Medikationsplandaten digital lesbar macht.

In der Praxis ist die Verarbeitung aber weniger einheitlich, als der Name vermuten lässt. Nicht alle Informationen stehen direkt im Code. Bei PZN-basierten Einträgen müssen zum Beispiel Arzneimittelname, Wirkstoff, Wirkstärke und Darreichungsform häufig aus externen Arzneimittel- oder Referenzdatenbanken abgeleitet werden. Und auch die eingetragenen Daten variieren stark und können größtenteils frei in Textform durch den Arzt erstellt werden (z.B. nehmen Sie dieses Medikament nur für 2 Wochen). Deshalb ist es nicht möglich diese Daten 1-zu-1 in einer Erinnerungsfunktion weiterzuverwenden und es muss ein LLM-Modell für das parsen der Daten verwendet werden.

Der AvatarMediKi-Demonstrator benötigt jedoch strukturierte Daten um zum passenden Moment an die Medikamente zu erinnern. Hierfür verwenden wir RRULE um die Einnahmezeiten möglichst flexibel, aber auch eindeutig festzulegen.

So besteht jede Einnahmezeit aus einem eindeutigen Startdatum (z.B. 30.05.2026,9:00 Uhr MEZ (Sommerzeit)) und Informationen zur Wiederholbarkeit (z.B. FREQ=DAILY;INTERVAL=1 für tägliches Wiederholen) und ein optionales Enddatum. Damit ist die Einnahmezeit für uns eindeutig und wir können auch auf Edge-Cases wie verschiedene Zeitzonen (Betreuer in Deutschland, Patient in Amerika) oder den Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit Rücksicht nehmen.

Leider gibt es derzeit kaum frei verfügbare Tools um BMP-Prozesse abzubilden, weshalb wir eine neue Open-Source-Library veröffentlicht haben: bmp-reader⁠. Sie dekodiert den vom Scanner gelieferten BMP-Payload aus dem DataMatrix-Code und macht die Daten technisch weiterverarbeitbar. Die Library scannt nicht selbst, sondern setzt nach dem Scanner an.

Parallel testen wir aktuell ein Tool, das den DataMatrix-Code scannt, die Daten an ein LLM übergibt und daraus die strukturierten Daten erstellt. Dabei können fehlende oder nur indirekt vorhandene Informationen, zum Beispiel der Medikamentenname zu einer PZN, per Websuche ergänzt werden. So lassen sich Datenqualität und Plausibilität automatisch prüfen, bevor der Plan weiterverwendet wird.

Robert Gühne
Robert Gühne
Robert on tarkvaraarendaja, disainer ning vastutab rakenduse ja infrastruktuuri eest.

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